Wir haben für euch die Stadtteilschule Eidelstedt besucht. Die Oberstufe dort arbeitet mit einem besonderen Lernkonzept. Statt klassischem Frontalunterricht steht hier das selbstständige Lernen im Mittelpunkt. Die Lernenden haben viel Freiheit, ihre Lernzeiten, Arbeitsorte und Methoden eigenständig zu organisieren und auszuwählen.
Dieses offene Lernsystem soll den Schülerinnen und Schülern helfen, Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess zu übernehmen und sich besser auf Studium oder Beruf vorzubereiten. Dabei bewegen sie sich freier durch ihre Aufgaben, ohne feste Vorgaben durch Lehrkräfte.
Konkret arbeiten sie mit der sogenannten „Quallenpädagogik“. Dabei trifft sich die Lerngruppe zu Beginn einer Doppelstunde in einem Kreis aus einfachen Holzbänken (=“Qualle“), um kurz die anstehenden Arbeiten zu besprechen, etwas zu reflektieren oder Fragen zu klären – für maximal 10 Minuten! Nicht zufällig werden die Bänke dann auch unbequem… Im Anschluss schwärmen die Schülerinnen und Schüler in die Lernlandschaft aus und arbeiten frei. Zum Ende trifft man sich erneut kurz in der Qualle (siehe Bilder).


Allerdings berichten manche der interviewten Schülerinnen und Schüler, dass dieses Konzept für sie nicht optimal funktioniert. Ein häufig genannter Grund ist, dass es ihnen schwerfällt, sich selbst zu strukturieren und zu motivieren. Ohne klare Vorgaben und regelmäßige Kontrolle verlieren manche den Überblick über ihre Aufgaben. Zudem wird oft erwähnt, dass verstärkt auf Künstliche Intelligenz zurückgegriffen wird, anstatt Inhalte eigenständig zu erarbeiten. Dies merken die Schülerinnen und Schüler selbst daran, dass sie den Stoff weniger gut verstehen oder sich schlechter auf Prüfungen vorbereitet fühlen.
Aus unserer Sicht bietet das Konzept sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Positiv ist, dass Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Organisation gefördert werden ,welche wichtige Fähigkeiten für die Zukunft sind. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass einige Schülerinnen und Schüler überfordert sind und Unterstützung benötigen, die im offenen System zu kurz kommen kann.
Für das Lernen an unserer Schule könnte dieses Konzept bedeuten, mehr Freiheit zu erhalten, aber auch mehr Verantwortung übernehmen zu müssen. Wichtig wäre dabei, eine gute Balance zwischen selbstständigem Arbeiten und klarer Anleitung bzw. unterstützender Lernbegleitung durch Lehrkräfte zu finden.
Tino, Oskar, Aaron für BBC








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